Philosophische Tagesmails

Von vorne LIII

Tagesmail - Freitag, den 23. August 2019

Von vorne LIII,

„Der Geist der CDU ist der, dass es nicht nur Entweder-Oder gibt.“ (CDU-Ziemiak)

Wenn die Gesetze des Denkens schwinden, hat die Realität keine Chance mehr. Sein oder Nichtsein, das ist für Erdenbezwinger kein unlösbarer Widerspruch. Sie schaffen beides. Sie werden leben, ob sie gleich stürben. Fortschritt hat die alte Logik überwunden.

Naturschutz und Wachstum der Wirtschaft? Das Ende der Gattung und Weiterleben? Tot sein und fortfahren wie bisher? Ja sagen und Nein tun? Lügen als Wahrheit verkaufen? Gestern behaupten und heute dementieren? Sich ändern und alles beim Alten lassen? Natur vernichten und einträchtig mit ihr zusammenleben? Trump verabscheuen und ihn bewundernd imitieren?

Denkgesetze sind Naturgesetze. Wer symbiotisch mit der Natur leben will, darf den Satz des Widerspruchs nicht lästern. Wahr-nehmen ohne Wahrheit, Denken ohne Schlüssigkeit sind Vergehen an der Natur. Wer Natur vernichtet, um sie zu vervollkommnen, verstößt gegen Logik und Natur. Als Logik erfunden wurde, sollte sie schützen vor Irrtum, Trug und Täuschung.

„Für den denkerischen Kampf galt es, ein Maß und eine Regel zu suchen, den körnigen Gehalt von dem blendenden Schein zu unterscheiden, vor Täuschung zu bewahren.“ (Theodor Gomperz, Griechische Denker)

Bloßes Wahrnehmen ist passives Erleiden. Erst das Verknüpfen der Wahrnehmungen durch die Gesetze der Logik führt zur Erfassung der Natur, deren Elemente in logischer Weise verbunden sind.

Die Quantenphysik erlebte einen Schock, als sie entdeckte, dass die Gesetze menschlicher Logik in der Welt der kleinsten Teilchen nicht mehr zu gelten schienen. Das blieb ein Rätsel bis heute. Denn es änderte sich nichts an der Tatsache, dass ...

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Von vorne LII

Tagesmail - Mittwoch, den 21. August 2019

Von vorne LII,

das Christentum ist die genialste Religion der Menschheitsgeschichte. Sie tritt auf im Gewand einer höchsten Liebesmoral – und lässt alle amoralischen Optionen offen. Nichts Grausames, Gewalttätiges und Böses, das ihr im Namen des Herrn verboten wäre. Bringt sie es doch fertig, im Namen der Liebe die absolute Mehrheit der Gattung ins ewige Feuer zu schicken.

Ama et fac, quod vis. Liebe – und lass es krachen.

Pecca fortiter, sed fide. Hau auf den Putz – wenn du nur glaubst.

In der Achsenzeit entstanden in China, Indien und Griechenland ethische Systeme, die sich politischer Gewalt und Priestern höherer Religionen entgegenstellten. Bis heute wogt der Kampf zwischen humaner Selbstbestimmung und klerikaler Fremdbestimmung, die die Autonomie der Menschen hasst.

Wäre die Menschheit der Vernunft von Konfuzius, Buddha und Sokrates gefolgt, würde sie seit Jahrtausenden in Friede und Glück leben. Noch immer schwankt sie zwischen Vernunft und Gewalt. Noch vor kurzem redete sie mit Friedenszungen, ließ aber nicht ab von einer immer gewaltigeren Bedrohung der Natur und des Menschen. Jetzt pendelt der Kurs wieder in unverblümtes, allen moralischen Schein verschmähendes Demonstrieren von Gewalt.

„Menschenliebe ist das Wesen der Sittlichkeit, Menschenkenntnis das Wesen der Weisheit.“ (Konfuzius)

Nach Buddha – der kein Religionsstifter, sondern Philosoph war – ist Ziel des Lebens „das unerschütterliche Glück“. Nirwana ist „Glückseligkeit“. Buddha lehrt, dass das Nirwana „hier unten sichtbar, manifest, aktuell, von dieser Welt“ ist. (Mircea Eliade) Welche Handlungen führen ins irdische Glück? „Großzügigkeit, sinnvolles Verhalten, Geduld, begeisterte Tat, Meditation, Weisheit.“

„Unrecht erleiden ist besser als Unrecht tun. Ich bin weder Athener, noch Grieche, sondern ein Bürger der Welt. Zur Unterscheidung von Gutem und ...

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Von vorne LI

Tagesmail - Montag, den 19. August 2019

Von vorne LI,

Weißt du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weißt du, wie viele Wolken gehen
weit hin über alle Welt?
Gott der Herr hat sie gezählet,
daß ihm auch nicht eines fehlet
an der ganzen großen Zahl.

Weißt du, wie viel Mücklein spielen
in der heißen Sonnenglut?
Wie viel Fischlein auch sich kühlen
in der hellen Wasserflut?   (Wilhelm Hey, Pastor)

Nur Gott kennt die Zahl, dem Menschen ist sie unbekannt. Dem Geschöpf bleibt nur ignorante Bewunderung und Anbetung des allwissenden Schöpfers, der seine Zahlenkenntnis mit niemandem teilt.

Zwei Kulturen bestimmen das Geschick des Abendlands und der vom Abendland überwältigten Welt. Zwei Kulturen, die um Tod und Leben ringen – und sich dennoch mit aggressiv-unverträglichen Symbiosen durchdringen, die für beide gefährlich – ja, wie wir inzwischen wissen – lebensgefährlich geworden sind.

Die Kultur der erkennbaren Zahl, in der der Mensch Ordnung und Schönheit der Natur wahrnimmt –
und die Kultur der für den Menschen unerkennbaren Zahl, deren Erkenntnis Gott niemandem offenbart.

Gott erschafft die Welt mit dem Wort und offenbart sich dem Menschen mit demselben, das in einer heiligen Schrift nachgelesen werden kann. Das allmächtige Wort steht dem Menschen nicht zur Verfügung. Das offenbarte Wort dient nur ...

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Von vorne L

Tagesmail - Freitag, den 16. August 2019

Von vorne L,

die Entdeckung der Moral begann mit der Entdeckung der Zahl. Die Zahl war die Ordnung der Natur – was war die Ordnung des Menschen? Gehörte der Mensch nicht zur Natur? Dann hätte die Ordnung der Zahl auch für ihn gelten müssen. Woher aber die Unordnung unter den Menschen?

Da kam Unruhe auf. War der Mensch kein Mitglied der Natur? War er aus ihrer Ordnung herausgefallen?

Lang, lang ist‘s her, als alles besser war – was die ecclesia triumphans des Fortschritts partout nicht anerkennen will, um nicht als blamabler Rückschritt enttarnt zu werden: damals, in der Frühzeit der Menschheit, soll es das Reich der Mütter gegeben haben, was das Reich der Männer bis heute dementiert.

„Aus dem gebärenden Muttertum stammt die allgemeine Brüderlichkeit aller Menschen, deren Bewusstsein und Anerkennung mit der Ausbildung der Paternität untergeht.“ (Bachofen)

Als die Männerherrschaften, die das Reich der Mütter zerstört hatten, ins Taumeln gerieten, entdeckten sie plötzlich wieder die Ordnung der Mütter – in der Natur, im Reich der Zahlen. Die Natur schien vollkommen durch die wohlige Ordnung der Zahlen. Das Abstrakteste wurde zur Grundlage des Heimischen.

„Pythagoras glaubte das Wesen der Dinge in der Zahl zu finden. Durch die Erhebung der Zahl, des Abstraktesten, was sich denken lässt, zum Prinzip der Welt war eine Idee gefunden, die das Sein der Körperwelt bestimmte. Durch sie wurde die Vielheit der Dinge zum geordneten Kosmos, in dem das Leben des Einzelnen in der Gesellschaft in Harmonie gestaltet war. Dies war das Grundgesetz der pythagoreischen Ethik und Politik, die in der Gerechtigkeit gipfelte und ...

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Von vorne IL

Tagesmail - Mittwoch, den 14. August 2019

Von vorne IL,

Wie ist die Milchstraße entstanden?

„Demnach ist vor etwa zehn Milliarden Jahren eine Galaxie mit der noch jungen Milchstraße zusammengestoßen und in ihr aufgegangen. Diese Kollisionspartnerin muss etwa ein Viertel der Masse der Milchstraße gehabt haben, wodurch letztere auf einen Schlag enorm gewachsen ist.“ (Berliner-Zeitung.de)    

Eine sinnvolle Frage? Sind das sinnvolle Antworten? Was wüssten wir mehr, wenn wir dies alles wüssten? Sind das relevante Fragen, deren Antworten unser Leben verändern und bereichern können?

Würde die Menschheit in Millionen Jahren existieren, hätten Wissenschaftler Millionen solcher Fragen und Antworten aufgetürmt, die unser Leben auf Erden – gänzlich kalt ließen.

Tatsächlich haben sie nur einen Sinn: Naturgesetze zu finden, mit denen der Mensch seine Herrschaft über die Erde endlos ins Universum ausdehnen kann.

Sie geben sich unschuldig, als wollten sie wissen um des Wissens willen. Doch ihre Unschuld und kindliche Neugierde beschränken sich auf das Stadium der Unfähigkeit, ihre vagen Vermutungen in Herrschaftswissen zu transformieren.

In demselben Moment jedoch, in dem sie die Stufe technischer Realisierung erreichen, wäre es um ihre intellektuelle Reinheit geschehen. Ihr Wissen wird zur Macht.

Der wissenschaftliche Erkenntnisprozess wiederholt die beiden Stufen der Naturerkenntnis, die in Europa stattfanden: a) Griechen wollten erkennen, um die Ordnung des Kosmos zu bestaunen. b) Christen übernahmen ...

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Von vorne XLVIII

Tagesmail - Montag, den 12. August 2019

Von vorne XLVIII,

das Werden der Natur ist kein Werden der Kultur.

Beide Vorgänge sind Gegensätze und schließen sich aus. Der Widerspruch zwischen dem natürlichen und dem menschlichen Werden ist der Urgrund der Naturzerstörung des Menschen, somit seiner Selbstzerstörung.

Wollte der Mensch seine Selbstzerstörung beenden, müsste er sein kulturelles Werden beenden – denn dieses widerspricht dem Werden der Natur. Widersprechen heißt: sich ausschließen oder um Sein oder Nichtsein kämpfen.

Um sich den tödlichen Charakter des Widerspruchs zu verhehlen, hat der moderne Mensch die Dialektik erfunden, die alle Widersprüche als förderlich, ja notwendig definiert, um das Werden der Kultur voranzutreiben. Das Werden der Kultur geht nicht ohne Abnutzen und Verschleißen der Natur, das bis zur Zerstörung jener Nische führen kann, in welcher der Mensch seine Kultur vorantreibt.

„Die Wahrheit des Seins ist das Werden.“ „Das Werden des Seins ist das Geheimnis der Natur.“ „Die Philosophie hat die intellektuelle und reelle Welt als einen Widerspruch zu betrachten.“ „Die Welt ist eine haltungslose Unruhe, die in ein ruhiges Resultat zusammensinkt.“ (Hegel)

Moderne Unruhe ist kein Übel, sondern unerlässlicher Antrieb der Entwicklung. Eines Tages aber wird die Unruhe an ein Ende kommen und alle Widersprüche in Harmonie auflösen. Dann verliert sich alle Spannung, die Unruhe wird zum ruhigen Resultat zusammensinken.

Spannungslose Ruhe oder die Auflösung aller Widersprüche ist das Ende der Geschichte, Gläubige würden vom Paradies auf Erden sprechen.

Nichts für moderne Risiko- und Fortschrittsfanatiker, die sich in der spannungslosen Ruhe eines Gartens Edens langweilen würden, weshalb sie alles unternehmen, um ...

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Von vorne XLVII

Tagesmail - Freitag, den 09. August 2019

Von vorne XLVII,

entweder wird die Menschheit zur Besinnung kommen – oder ihre letzte Epoche einläuten.

Entweder werden wir ein Purgatorium durchschreiten und von vorne beginnen – oder die zwei Millionen lange irdische Präsenz des Menschen in einem Inferno beenden.

Entweder werden wir den Vernichtungskampf gegen die Natur hier, sofort und jetzt abbrechen – oder der Blick nach vorne wird ein Blick ins Nichts werden.

Entweder werden wir eine vorgeschriebene Geschichte und einen grenzenlosen Fortschritt über Bord werfen – oder die Anwesenheit des homo sapiens auf Erden wird mit einem Scharmützel aller gegen alle enden.

Entweder werden wir unsere Vergangenheit akribisch nach Ursachen unseres Scheiterns absuchen – oder es wird niemanden mehr geben, der die Biografie des Menschen einer nicht-existenten Zukunft übermitteln könnte.

Entweder werden wir Schluss machen mit der Überheblichkeit, wir seien die naturüberlegene Krone einer Schöpfung – oder die Natur wird uns zeigen, dass der Glaube an eine naturunabhängige, naturerschaffende Schöpfung der Anfang vom Ende war.

Entweder werden wir den Glauben an die Erschaffung der weiblichen Natur durch einen allmächtigen Mann beerdigen – oder wir werden von der sanftmütigen, aber ...

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Von vorne XLVI

Tagesmail - Mittwoch, den 07. August 2019

Von vorne XLVI,

Mathias Döpfner ist Rigorist – in Anführungszeichen. Es sei ein Fehler seines Verlages gewesen, kurz vor dem Mauerfall die Anführungszeichen des Kürzels DDR zu streichen. Der Verlagsgründer hatte mit den Zeichen daran erinnern wollen,

„… dass die „DDR“ „weder deutsch noch demokratisch noch eine Republik“ sei, und generell, um ein Nichteinverstandensein mit diesem Unrechtsregime zu signalisieren. Dass es immer falsch ist, das Richtige zu leugnen. Und dass Prinzipien umso wichtiger werden, je unübersichtlicher die Zeiten sind. So wie es dieser Tage prinzipiell falsch ist, Subventionen von Erdogan zu kassieren, um in der Türkei deutsche Autos zu bauen, chinesische Großaktionäre Schlüsselindustrien in Deutschland beeinflussen und irgendwann beherrschen zu lassen (denn wir dürfen das da auch nicht) und die Energieabhängigkeit von Russland durch weitere Pipelines noch weiter zu erhöhen.“ (WELT.de)

Heuchelei (hypokrisis) ist die aus selbstsüchtigen Interessen entspringende Verhüllung der wahren und Vorspiegelung einer falschen, in dem Betreffenden nicht vorhandenen lobenswerten Gesinnung. Der Heuchler will besser erscheinen, als er ist, um Mächtigen zu gefallen und davon Gewinn zu haben.“ (Kirchner, Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe)

Deutschland hat den Status heuchelnder Doppelmoral erfolgreich überwunden und die Hochebene der polymorphen Amoral erreicht.

Die Einen dürfen für Putin Propaganda machen, seine Rechtsverletzungen auf der Krim und gegen Demonstranten verschweigen – Trumps Harmlosigkeiten hingegen an den Pranger stellen:

„Im SPD-Blatt „vorwärts“ durfte der Ex-Kanzler losledern: Das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten habe „seit Trump nichts mehr mit Partnerschaft zu tun“, so Schröder. US-Präsident Donald Trump (73) zerstöre „mutwillig das regelbasierte Weltwirtschaftssystem“ und wolle keine Partner, „sondern Gefolgsleute“. Schröders Tätigkeiten bei staatlichen russischen Öl-Firmen blieben unerwähnt. Auch die ...

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